Soldatenkameradschaft Warmensteinach

Da die Protokollbücher aus dem vorigem Jahrhundert vernichtet sind, gibt es kaum Aufzeichnungen aus der Gründerzeit. In einer alten Niederschrift heißt es:
 
Wappen Soldatenkameradschaft Warmensteinach"Nach dem siegreichen Feldzug gegen Frankreich 1870 / 1871 und der Gründung des deutschen Kaiserreiches ging lange Zeit eine Welle vaterländischer Bewegung durch unser Vaterland. Schon 1874 wurde der bayerische Veteranen- und Kriegerbund mit dem Sitz in München gegründet. Die von der damaligen Landesleitung herausgegebenen Satzungen (Statuten) bildeten das Fundament und die Richtlinien zur Gründung der Ortsvereine, Kameradschaften, Militärvereine und wie sie sonst noch hießen. So fanden sich denn auch in unserem Heimatort an einem nicht mehr festzustellenden Zeitpunkt des Jahres 1880 ehemalige Feldzugsteilnehmer des Krieges 1870 / 1871, sowie Soldaten, die in der Armee ihre aktive Dienstzeit geleistet hatten zusammen, um den Veteranen- und Kriegerverein aus der Taufe zu heben. Die eigentlichen Gründer sind dem Namen nach nicht mehr festzustellen. Die rührige Verwaltung brachte es jedoch fertig, bereits 1882 eine Fahnenweihe zu vollziehen, die bei den Mitgliedern großen Wiederhall fand. Die Patenschaft hatte der benachbarte Veteranen- und Kriegerverein Weidenberg übernommen."
 
Diese Traditionsfahne aus dem Jahr 1882 befindet sich heute noch in Besitz der Kameradschaft. Der frühere Vorstand und Ehren - Vorstand Simon Rabenstein konnte sie über die Kriegszeit und die Nachkriegswirren hinweg retten.
1885 zählte der Verein bereits 71 Mitglieder, darunter 18 Ehren - Mitglieder. Es darf angenommen werden, das es sich bei diesen Ehren - Mitgliedern um Gründungsmitglieder handelte. Der Verein verfügte in diesem Jahr bereits über ein Barvermögen von 361,50 Reichsmark, außerdem wurde eine eigene Unterstützungskasse geführt. Aus den Aufzeichnungen geht weiter hervor, dass als Vereinsmusik die Kapelle Traßl aus Oberwarmensteinach fungierte. Mit dem Patenverein Weidenberg sowie den Nachbarvereinen Bayreuth und Goldkronach wurde ein reger Kontakt gepflegt.
Die geschichtliche Entwicklung führte vom ehemaligen Veteranen und Kriegerverein (diese Vereine standen unter dem Protektorat des bayerischen Königs) über die Weimarer Zeit, dem Reichskriegerbund im 3. Reich bis hin zur heutigen Zeit in der Bundesrepublik. Nach der Aufhebung des Verbotes für Soldatenverbände nach dem 2. Weltkrieg fanden sich am 08. August 1953 12 Kameraden zur Wiedergründung des Vereins im Gasthaus "Zur Linde" zusammen. Zum ersten Vorsitzenden wurde Friedrich Schieber gewählt, dem Simon Rabenstein, Ewald Wilde und Oswald Hajek in diesem Amt folgten. Im Jahr 1978 übernahm mit Alfons Unterburger ein sehr engagierter Mann die Führung des Vereins. Ihm gelang es in kurzer Zeit, den Mitgliederstand zu verdreifachen, wobei er viele Junge Kameraden warb, und erstmals auch Angehörige der sogenannten "weißen Jahrgänge" in den Verein aufgenommen wurden. Dank dieses Mitgliederzuwachses war die Kameradschaft in der Lage, im Jahr 1980 in würdigen Rahmen das 100- jährige Vereinsjubiläum zu begehen. Nachfolger Unterburgers wurde im Jahr 1988 Ewald Wilde. Seine Amtszeit war insbesonders durch ein freundschaftliches Verhältnis mit der Warmensteinacher Patenkompanie, der 3. Kompanie der Bayreuther Jäger geprägt.
Als Wilde aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste, übernahm am 31. 01.1998 Ralf Golejewski den Vereinsvorsitz, Wolfgang Nickl und Klaus Lehnert fungierten als Stellvertreter.
Vordringliches Bemühen der Vorstandschaft war und ist eine verstärkte Aufnahme weiterer Reservisten. Dieses Anliegen wird durch die Gründung einer Reservistenkameradschaft am 06.03.1998 und die Umbenennung des Vereins in "Soldaten- und Reservistenkameradschaft" unterstrichen.
Auch der am 01.01.04 gewählte neue Vorstand, der aus dem 1. Vorsitzenden Klaus Lehnert, dem 2. Vorsitzenden Rainer Schindler und dem stellvertretenden Vorsitzenden Ralf Golejewski besteht, hat sich dieselben Ziele auf die Fahne geschrieben.
Die Kameradschaft war mit 170 Mitgliedern die stärkste Ortskameradschaft im Kreisverband Bayreuth / Land - Ebermannstadt. Der Verein sieht sich als Mahner für den Frieden, gerade weil viele ihrer älteren Mitglieder leidvolle Erfahrungen mit den Schrecken des Krieges machen mussten. Er hat es sich weiterhin zur Aufgabe gemacht, dass Andenken an die Toten und Gefallenen der beiden Weltkriege zur bewahren und die Ehre und das Ansehen des deutschen Soldaten zu verteidigen.
Die Integration mehrerer Reservisten der Bundeswehr in den Verein lässt hoffen, das der Fortbestand des Traditionsvereins auch in den nächsten Jahren gesichert ist.